Die „Freiheit“ in Alt-Wetter ist eines der Beispiele dafür, wie die Politik in Wetter die wenigen sehenswerten Orte der Stadt konsequent vernachlässigt hat. Nun soll es rund um die Burgruine etwas schöner werden.

SPD-Bürgermeister Hasenberg spricht in einer Presseinfo von „noch höherer“ Attraktivität und davon, dass man das Areal „noch weiter“ herausstellen wolle. Was so klingt, als seien die Politiker seit Jahrzehnten nicht in der Stadt gewesen, sieht im Detail offenbar so aus:

Dort, wo jetzt noch Autos parken, soll eine verkehrsfreie Zone vor dem Rondell der Burgruine entstehen – mit einem Sitz- und Liegepodest, welches den Blick auf die Burgruine öffnet und erweitert. Für diesen Blick wird ein kleiner Baum versetzt, zwei neue werden gepflanzt. Rund um die Platane im Rondell; die entsiegelt wird, soll eine Grünfläche entstehen. Hier wird auch die neue Harkortbüste (finanziert zur Hälfte aus Spenden und Geldern aus dem NRW-Heimatfonds) ihren Platz finden, ein Trinkbrunnen soll für Erfrischung sorgen.

Nach dem Entwurf des Büros „L+S Landschaft + Siedlung AG“ aus Recklinghausen (der auch Ideen aus einem Bürgerworkshop 2019 aufgreift) stehen für das Parken dann zukünftig 18 Stellplätze (plus zwei Behindertenparkplätze) auf der Rasenfläche vor der Kirche zur Verfügung, die Befahrung ist von der Straße „Im Kirchspiel“ aus vorgesehen. Auf dem Vorplatz der Kirche kommen Fahrradstellplätze- und eine Ladestation für E-Bikes hinzu. Sträucher, Stauden und ein Sitzpodest sollen auch hier eine angenehme Aufenthaltsqualität schaffen.

Von der Stellfläche aus wird ein barrierefreier Zuweg zur Burgruine über eine neue Treppen- und Rampenanlage ermöglicht. Ertüchtigt wird auch die Treppe zur Aussichtsfläche an der Burgruine. Der Weg, der unterhalb dieser Aussichtsplattform hinunter zum See führt, wird verlegt und somit auch etwas abgeflacht (8,5 Prozent Gefälle statt bisher 21 Prozent). Von diesem neuen Weg aus gelangt man dann auf die unterhalb der Ruine gelegene Stadtterrasse. „Hier wollen wir die Menschen mit Sitz- und Liegebänken dazu einladen, den tollen Blick auf den Harkortsee und das Ruhrtal zu genießen“, so Bauamtsleiterin Birgit Gräfen-Loer. „Das Sanierungskonzept für die Neugestaltung des Umfeldes der Burgruine wird zu 100 Prozent gefördert.“

Für das Sanierungskonzept der Burgruine selbst (1,7 Millionen Euro) samt einer geplanten Dachkonstruktion hatte die Stadt Wetter ebenfalls einen Förderantrag gestellt, der aber nicht bewilligt wurde. „Da bleiben wir natürlich dran“, so Gräfen-Loer. „Erste Gespräche mit dem LWL klingen positiv. Hier ist so viel Geschichte, deswegen ist es wichtig, dass man auch die Burgruine begehen kann. Gerade auch im Hinblick auf die IGA 2027.“

Auch die Historie soll in die Neugestaltung mit einbezogen werden: So sollen sogenannte „Zeitsteine“, die im gesamten Areal verteilt sind, mit Kenndaten der Historie auf die faszinierende Geschichte der Freiheit aufmerksam machen – möglicherweise ergänzt durch in den Boden eingelassene „Zeitleisten“.

Der Planentwurf soll nun noch mit der Bürgerschaft diskutiert werden, hier denkt die Verwaltung an ein Online-Beteiligungsverfahren zur Information und zur Abgabe von weiteren Ideen und Wünschen. Die Umsetzung ist für das Jahr 2022 geplant.

 

Archivbild

 

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