Der erste Teil der geplanten Bauarbeiten am Stadtsaal ist praktisch fertig gestellt. In den vergangenen Monaten wurden die Innenverkleidung des Saals und die Entrauchungsanlage erneuert. Dafür investierte die Verwaltung als Eigentümerin rund 109.000 Euro. Der Lichtburgverein hat in Eigenleistung den Thekenbereich und die Küche erneuert.

In de kommenden zwei Jahren sind zwei weitere Bauabschnitte geplant. Dann sollen das Dach, Böden und Teile der Fassade erneuert werden. Die Gesamtkosten des Projekts wurden von der Verwaltung mit 300.00 Euro angegeben. Vorausgegangen war eine politische Entscheidung, wonach der Stadtsaal im Eigentum der Stadt bleiben soll. Die Alternative wäre gewesen, den maroden Bau zu verkaufen und für Veranstaltungen wieder anzumieten.

Kein Wetter-Projekt ohne Skandälchen

Am Freitag fand dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Baustellenfest statt, zu dem Freunde der Partei, Förderer und Mitglieder des Vereins geladen waren. Man wollte sich an diesem Abend auch bei den ehrenamtlichen Helfern bedanken, die bei den Arbeiten geholfen hatten. Kleiner Schönheitsfehler: Bei aller Begeisterung für die Ehrenamtlichen und der Notwendigkeit politische Freunde bei Laune zu halten, sollte den Verantwortlichen klar sein, dass der Steuerzahler der größte Förderer des Bauprojekts und des Wetterschen Kultur-Monopolisten ist. Der hat ohne Zweifel Anspruch auf etwas mehr Öffentlichkeit.

Unterdessen bahnt sich neuer Ärger für den unbelehrbaren Stadtchef an: Wieder einmal hatte der Bürgermeister ganz exklusiv für die Parteipresse einen Termin (Foto unten) im frisch renovierten Stadtsaal veranstaltet, bei dem die Top-Beamten in die Kameras lächelten. Erst nachdem die lustige Gruppe schon in der gedruckten Zeitung zu sehen war, informierte die Verwaltung die unabhängige Presse über den denkwürdigen Termin.

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Nachdem sich derartige Öffentlichkeitsarbeit des Bürgermeisterbüros nun gefühlt 27 Mal in Folge ereignet hat, mag kaum noch jemand an den bedauerlichen Einzelfall glauben, der so gern für Rechtsverstöße der Wetterschen Verwaltung herhalten muss. Was nun folgt ist eine gerichtliche Nachhilfestunde in Sachen Verfassungs- und Verwaltungsrecht, die die Stadtkasse wohl erneut mit einigen tausend Euro Gerichts- und Anwaltskosten belasten wird. Geld, das man gut für etwas sinnvolles hätte ausgeben können…

Wir werden die durchaus spannenden Fragen rund um die angeschlagene Pressefreiheit in Wetter und das bedenkliche Kulturmonopol in den kommenden Wochen und Monaten immer mal wieder thematisieren.

 

Titelbild: Lange vernachlässigt, jetzt Dauerbaustelle und Partei-Werbeträger: Der Statsaal.

Kleines Bild (v.l.): Ortstermin mit Bauamts-Chef Sell, Stadtchef Hasenberg sowie Sascha Köhling von der Lichtburg und Andrea Golüke vom Bauamt.  Foto: Stadt Wetter