Es begann mit einer Tür der besonderen Art: „Das Wir ist die Verbindungstür zwischen dem
Ich und dem Du.“ Mit diesen Worten des Dichters Ernst Ferstl begrüßte Bürgermeister Frank Hasenberg am Dienstag die über 70 Ehrenamtler im Pfarrsaal der kath. Gemeinde St.
Augustinus und Monika in Grundschöttel. „Diese Tür ist das Ehrenamt. Menschen wie Sie,
die sich in Vereinen, Gemeinden, Initiativen und Projekten für ihre Mitmenschen einsetzen,
halten diese Tür Tag für Tag – 365 Tage im Jahr geöffnet.“, so Hasenberg weiter. „Dafür
möchte ich Ihnen heute ein ganz herzliches Dankeschön aussprechen: sowohl persönlich als auch im Namen der Verwaltung und der Bürgerschaft der Stadt Wetter.“

Gemeinsam mit Marietta Elsche, Koordinatorin für BürgerEngagement bei der Stadt Wetter,
zeichnete Hasenberg engagierte Bürger für ihren Einsatz mit der Ehrenamtskarte aus. Mit
dieser Karte erhalten Ehrenamtler zahlreiche Vergünstigungen auf Landesebene,
insbesondere aber auch bei mittlerweile rund 40 Vergünstigungspartnern vor Ort. Wetter
führte, als erste Stadt im EN-Kreis, am 5. Dezember 2009 die Ehrenamtskarte ein.
Mittlerweile wurde in Wetter die beeindruckende Zahl von 570 Karten ausgegeben.
50 Bürger erhielten die Ehrenamtskarte in diesem Jahr, einigen von ihnen wurde die Karte
bei der Feier am Dienstag persönlich übergeben. „Ihr intensives ehrenamtliches Engagement für Ihre Mitbürger verdient unseren Respekt und unsere Anerkennung“, so Hasenberg.

„Deshalb wollen wir am heutigen Tag des Ehrenamtes Menschen würdigen, die mit ihrem
Wirken das Rückgrat unserer Gesellschaft bilden. Durch Menschen wie Sie wird unsere
Gesellschaft sozialer, lebendiger und wärmer.“
Marietta Elsche verdeutlichte in ihrer Rede die Bedeutung des Ehrenamtes für eine Stadt wie Wetter mit drei plastischen Szenarien: Die kleine Lea, die dank der Besuche der Feuerwehr im Kindergarten genau weiß, was sie in einem Brandfall zu tun hat. Helmut, der durch persönliche Schicksalsschläge aus der Bahn geworfen wurde und dank des Brotkorbes nicht hungern muss. Ilse, die seit vielen Jahren im Frauenheim wohnt, dort akzeptiert wird und sich wohlfühlt. Stellvertretend für die vielen Ehrenamtler in Wetter resümierte Marietta Elsche die Szenarien zu dem bündigen Dreiklang: „Gut, dass es die Freiwillige Feuerwehr gibt. Gut, dass es den Brotkorb gibt. Gut, dass es das Frauenheim gibt.“

Neben der musikalischen Eröffnung des Abends durch die Jugendblaskapelle der Gemeinde
verzauberte die Ehrenamtler insbesondere das Duo Or2, das mit Gitarre und akustischer
Percussion bekannten Pophits wie „Sweet Dreams“ und „Valerie“ neue, mitreißende Seiten
entlockte. Neben der Musik kam auch die gemalte Kunst nicht zu kurz: Gemeinsam mit Lions Club-Präsident Mark Hickery moderierte Marietta Elsche eine Auktion von Bildern, die
geflüchtete Kinder im Rahmen eines Malprojektes in der Stadtbücherei gestaltetet hatten.
Hier kamen 250 Euro zusammen, die wieder der Flüchtlingsarbeit in Wetter zugutekommen.

Seit dem Jahr 2014 macht Wetter mit einer weiteren Auszeichnung deutlich, wie hoch die
Bedeutung des Ehrenamts in der Harkortstadt eingeschätzt wird: Mit dem Ehrenamtspreis
des Lions Clubs, der am Dienstag zum vierten Mal vergeben wurde, wird ein Mensch
ausgezeichnet, der sich in herausragender Weise in Wetter engagiert hat. Die diesjährige
Preisträgerin ist Inge Holland, die vom Lions Club für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches
Engagement in Wetter ausgezeichnet.

Jörg Aschemeier vom Lions Club lobte Inge Holland, Mitbegründerin des Bürgerbusvereins
und seit nunmehr 38 Jahren Mitglied des Rates der Stadt Wetter, insbesondere als Initiatorin und Leiterin des Brotkorbs in Wetter: „Auch in unserer reichen Industriegesellschaft gibt es viele Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Hier helfen Aktionen wie der Brotkorb in entscheidender Weise. Getreu ihrem Motto Man soll nicht dämlich reden, sondern handeln, stellt Inge Holland nie ihre Person, sondern immer die Sache in den Vordergrund.“ Die Preisträgerin zeigte sich sehr gerührt und überbrachte ihrerseits ein ganz dickes Lob an die Anwesenden und die Bürgerinnen und Bürger in Wetter: „Ich danke Euch vielmals. Ich könnte nicht so viel tun, wenn es nicht so viele Menschen mit Herz bei uns in Wetter geben würde.“

Bild: (v.li.) Mark Hickery, Jörg Aschemeier und Dr. Hans Peter Götz vom Lions Club und
Bürgermeister Frank Hasenberg freuen sich mit der diesjährigen Preisträgerin Inge Holland.
Foto: Stadt Wetter (Ruhr).