Mit einer gemeinsamen Erklärung hat der Rat der Stadt Wetter in seiner Sitzung am Donnerstag eine eindeutige Position „gegenüber allen nationalistischen, rassistischen, diskriminierenden und fremdenfeindlichen Ideologien und Aktivitäten“ bezogen, „die in unserer Stadt seit Kurzem leider aufzukeimen scheinen.“

Weiter heißt es: „Wetter ist eine weltoffene, vielfältige und tolerante Stadt. Humanität und Solidarität in unserer demokratischen Stadtgesellschaft sind die Grundwerte, die das Fundament unseres kommunalen Zusammenlebens schildern.“ Die Fraktionen sprechen „allen Geschädigten des feigen Brandanschlags auf das Geschäft von Herrn Mohammad Moussa Ahmad unser tiefempfundenes Mitgefühl aus.“ Hier wurde, heißt es in der Erklärung weiter, „der Feuertod aller Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses billigend in Kauf genommen.“

Zudem begrüßte der Rat „die lautstarke Ablehnung der dahinter stehenden identitären Ideologie durch einen derart vielstimmigen Chor von Aufrechten sowie alle Initiativen aus unterschiedlichsten Teilen unserer Stadtgesellschaft gegen Rassismus und Ausgrenzung.“

Dafür, dass tatsächlich „identitäre Ideologie“ hinter dem Brandanschlag steckt, gibt es derzeit keine belastbaren Indizien oder gar Beweise. Sicher scheint derzeit nur, dass das Feuer gelegt wurde.

Die Fraktionen verabschiedeten die Erklärung einstimmig bei zwei Enthaltungen der CSR-Fraktion, die zwar grundsätzlich dem Text zustimmte, aber zwei redaktionelle Zusätze nicht einbringen konnte.

Nach der Verabschiedung der Erklärung unterbrach Bürgermeister Frank Hasenberg die Sitzung und marschierte gemeinsam mit den Ratsmitgliedern zum abgebrannten Lebensmittelgeschäft von Mohammad Moussa Ahmad. „Wir stehen an der Seite der Betroffenen“ erklärte Bürgermeister Hasenberg. Auch weitere Mitglieder des Rates drückten ihr Mitgefühl und ihre Solidarität aus.

 

 

Fotos: Stadt Wetter (Ruhr)