Im Wetterschen Einkaufszentrum wird im Juli eine Filiale des Buchhändlers „Weltbild“ einziehen. Dies bestätigte das Unternehmen am Freitag auf Anfrage.

Der Laden wird im Erdgeschoss – dort wo vorübergehend Seniorenmoden-Restposten angeboten wurden – einziehen. Das Angebot wird wohl aus Büchern, Elektronik und Geschenkartikeln bestehen. Außerdem fungiert der Laden als Outlet des Versandhandels der Weltbild-Gruppe. Nähere Informationen will das Unternehmen in den nächsten Wochen mitteilen.

Jede Neueröffnung in Wetter ist eigentlich eine gute Nachricht. Schließlich ist Wetter nicht gerade eine Stadt mit vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. In diesem Fall könnte die Neueröffnung eine fatale Kettenreaktion auslösen: Bekanntlich gibt es in Wetter seit Jahrzehnten eine Buchhandlung – die „Bücherstube“ von Hans-Günter Draht im Bismarck-Quartier. Und der ist ziemlich irritiert über die Pläne in seiner unmittelbaren Nachbarschaft: „Wir haben in den vergangenen Jahren stark unter zahlreichen Baustellen gelitten und deshalb mit nicht unerheblichen Umsatzrückgängen kämpfen müssen. Die Entwicklung werde ich kritisch beobachten und weitere Entscheidungen davon abhängig machen, so Draht.

Hams-Günter „Hansi“ Draht ist nun nicht irgendein Kaufmann, der – wie fast alle anderem vor ihm – unter der wirtschaftlichen Entwicklung am Ort und dem Internethandel (Stichwort: Amazon) gelitten haben. Er ist zweifellos ein engagierter Kämpfer für die ansonsten tote Innenstadt. Er hat sich in zahllosen Projekten engagiert und coole Ideen wie zum Beispiel den Feierabendmarkt oder das „Bismarck-Quartier“ auf die Beine gestellt. Auch in seinem Laden hat er mit neuen Ideen – zum Beispiel dem kostenlosen Lieferservice oder einem Onlineshop, mit dem man sogar „reden“ kann – und einem breiten Sortiment das weit über Bücher hinausgeht, eindrucksvoll bewiesen, dass man auch in einer Kleinstadt etwas erreichen kann.

Der Centerbetreiber wollte sich auf Anfrage nicht zu der Vermietung äußern.

Das Team des Wetter Magazin denkt, dass es an der Zeit ist, den inhabergeführten Handel durch bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen und stellen den kleinen Geschäften wie der Bücherstube kostenlose Werbeanzeigen zur Verfügung. Wir hoffen damit möglichst viele Menschen zu erreichen und sie zum Einkauf bei jenen Kaufleuten zu ermuntern, die etwas zu einer lebenswerten Stadt beitragen.

Lesen Sie zu diesem Thema auch den Kommentar unseres Fach-Reporters für politischen Schwachsinn: Überleben um jeden Preis.

 

Bild: Der neue Mieter hat sich schon mit Plakaten angekündigt.