Auf die Autofahrer in Wetter kommen einige Veränderungen zu: Straßen werden gesperrt, Umleitungen eingerichtet, andere Sperrungen werden nach gefühlt Jahrzehnten aufgehoben. Es gibt aber auch Beständigkeit: So macht sich die Partei mit ihrem Aufruf zum „Aufschrei“ – gegen die eigenen Genossen – wieder mal zum Vollhorst.

Wir wissen nicht, ob es in Zukunft einen Feiertag mit dem Namen „Brückentag“ in Wetter geben wird. Es wäre aber bestimmt kein schlechter Plan, der katastrophalen Verkehrspolitik im Lande einen Trauertag zu widmen.

Der Wunsch nach einem neuen Feiertag ist nicht der Grund für diesen Beitrag. Vielmehr möchten wir einen Überblick über die aktuelle Situation in Wetter geben. Hier haben sich in den vergangenen Wochen einige Neuigkeiten ergeben.

Fängt man bei lagen Geschichten eigentlich mit den guten Neuigkeiten an? Wir machen das einfach mal… schließlich mussten wir bei Politik-gesteuerten Projekten in Wetter bisher immer über die größtmögliche Katastrophe berichten.

 

Obergraben- und Ruhrbrücke

Here we go: Das Projekt „Niemand hat die Absicht eine Brücke zu bauen“ a.k.a. Obergrabenbrücke ist fast abgeschlossen. Schon im Juli wird man wieder mit dem Auto – und sogar mit dem Bus – nach Hagen fahren können. Kein Gut ohne Aber: Man kann dort mit dem Auto hinfahren, aber nicht mit dem großen Lkw. Die Brücke wird dauerhaft für den Schwerlastverkehr eigeschränkt. Das bedeutet, dass immer nur ein großer Lkw gleichzeitig auf der Brücke sein darf. Um das sicherzustellen, wird eine Ampelanlage gebaut, die wahrscheinlich mit Sensoren erkennen wird, ob ein entsprechendes Fahrzeug auf die Brücke zufährt. Die Straßenbaubehörde glaubt, dass es dadurch kaum Einschränkungen für Autos geben wird, wenn sich unter den Speditionen erst einmal herumgesprochen hat, dass der Weg für Lkw in Zukunft über die Hagener Straße nach Wetter führt.

Der Grund dafür? Die Ruhrbrücke ist nicht mehr ganz Stand der Technik, sagt die Straßenbaubehörde. Ein Neubau sei mit sehr großem Aufwand verbunden und derzeit noch nicht nötig, da das Konzept an dieser Stelle ja eher weniger Schwerlastverkehr vorsehe.

 

Hagener Straße B226

Die Hagener Straße ist im aktuellen Konzept die Hauptverbindung für den Güterverkehr zwischen Hagen und Wetter. Dass die total hinüber und ziemlich eng ist, haben die Verantwortlichen durchaus mitbekommen. Deshalb wird diese Straße nun erstmal gründlich repariert. In mehreren Abschnitten wird der Fahrbahnbelag von Grund auf erneuert. Diese Arbeiten werden drei Monate dauern und etwa zeitgleich mit der Freigabe der Ruhrbrücke beginnen.

 

Ruhrbrücke bei Demag „Overwegbrücke“

Neu in der Liste der kaputten Bauwerke sind die Brücken über die Ruhr und die Bahn am Demag-Gelände. Hier müsse in absehbarer Zeit eine neue Brücke gebaut werden, sagt die Straßenbaubehörde. Dort weiß man, dass diese Brücken Hauptzufahrt zu den angrenzenden Gewerbebetrieben sind. Daher will man über Verkehrseinschränkungen gar nicht erst nachdenken. Vielmehr prüfe man derzeit eine provisorische Verstärkung der Brücke um erst einmal Zeit zu gewinnen, hieß es. Über das Ergebnis wolle man die Öffentlichkeit dann zeitnah informieren.

 

Eisenbahnbrücke unter dem Kreisel Kaiserstraße

Jene Eisenbahnbrücke, die die örtliche Politik dazu bewegte, einen Kreisverkehr gleich zweimal bauen zu lassen, sorgt noch immer für einiges Stirnrunzeln bei den Ingenieuren der Straßenbaubehörde. Da für dieses Bauwerk Pläne fehlen, könne man derzeit noch nicht abschließend bewerten, wie schlecht der Zustand der Brücke ist. Die Prüfung dieser Fragen dauere an, hieß es. Die Ergebnisse würden dann in die Gespräche mit der Bahn eigebracht, die für den Neubau ihre Strecke zumindest zeitweise sperren müsse.
Klar sei aber schon jetzt, dass dieser Neubau schon wegen der besonderen Bedürfnisse der Bundesbahn nicht vor 2023 beginnen werde.

Unser Fazit

Das von der Partei (SPD) herbeigeredete Chaos wird nicht ausbrechen. Es wird in den kommenden Jahren immer ml wieder größere Baustellen geben, es werden Umleitungen erstellt und wieder aufgehoben. Stadtleben halt. Gemessen an den Baustellen, die Menschen in den großen Städten plagen, werden wir in Wetter unsere Friedhofsruhe behalten.
In einigen Jahre werden wir sogar eine der wenigen Städte in NRW sein, deren Brücken unter Hauptverkehrsstraßen vollständig auf dem neuesten Stand sind und auch den Anforderungen heutiger Verkehrsbedingungen 100 Jahre lang standhalten können.

Kommentar des Autors

An dieser Stelle wäre eigentlich alles gesagt, hätte die Partei nicht wieder eine Steilvorlage für einen Kommentar geliefert. Hatte doch der Chef-Ideologe der Partei in einem Zeitungsartikel gesagt, er habe „erhebliche Zweifel an der Kompetenz“ der Straßenbaubehörde. Weiter hieß es dort, die Partei – allen Voran Parteimeister Hasenberg und sein Parteichef Zinn – rufe zu einem „Aufschrei“ auf. Alle Bürger müssten sich gleich mal beschweren. Die passenden Formulare wurden auf Webseiten der Partei auch gleich bereitgelegt.

Dass wir Bürger uns öfter in kritischer Beobachtung merkwürdiger Politiker üben sollten, ist keine Frage. Wenn aber ausgerechnet die Genossen, die für alles Elend in NRW verantwortlich sind, weil sie dort nach eigener Sprechweise fast 70 Jahre lang gemacht haben „was sie wollten“, ist das schon irgendwie merkwürdig. Wenn sich dann auch noch Leute, die ihr gesamtes Berufsleben in Jobs verbracht haben, die von der Partei organisiert und vom Staat bezahlt wurden über die Qualifikation gestandener Fachleute auslassen, wird es wirklich lächerlich.

Ich persönlich finde die aktuelle Situation sehr „erfrischend“. Warum? Weil Oma und Opa, die diese Politiker 70 Jahre lang gewählt haben, scheinbar ohne über die Folgen nachzudenken, jetzt doch noch die Konsequenzen kennenlernen. Jetzt wo jeder sehen kann, dass alles Öffentliche in diesem Bundesland gammelig und kaputt ist, beginnt vielleicht ein Umdenken. Vielleicht gibt es in Zukunft wieder Politiker, die sich für moderne Infrastruktur und ein lebenswertes Land statt Pöstchen einsetzen…

 

Archivbild

 

1 Kommentar

  1. Der Begriff „Kommentar“ müsste über dem GANZEN Artikel stehen, da er von vorne bis hinten die Meinung des Autors transportiert. Auch von einem Portal wie diesem erhoffe ich mir als ständiger Leser gewisse journalistische Mindeststandards, hier: Eine klare Trennung von „Meldung“ oder „Bericht“ (neutral und ohne Meinung des Autors) und „Kommentar“ (mit Meinung des Autors).

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