Jede rot regierte Stadt hat bekanntlich einen „Hauptstadtflughafen“ – also ein Bauprojekt, das mit vielen Jahren Verspätung fertig wird und mindestens die zehnfachen Baukosten verschlingt. In Wetter heißt der „Flughafen“ Obergrabenbrücke. Nach etwas mehr als vier Jahren Bauzeit soll die Brücke nun für den Verkehr freigegeben werden.

Wie mehrfach berichtet, hat der staatliche Straßenbaubetrieb „Straßen NRW“ eine einfache kleine Brücke über einen kleinen Fluss bauen wollen. Was anderswo innerhalb einiger Monate erledigt wird, hat in Wetter bisher vier Jahre gedauert. Dabei mussten weder die Alpen noch der Grand Canyon überbaut werden. Beobachter machen vor allem ein abenteuerliches Projektmanagement sowie die in NRW noch alltägliche Vetternwirtschaft für das Scheitern fast jeden öffentlichen Bauprojekts verantwortlich.

Am Dienstag hat die Straßenbaubehörde mitgeteilt, dass die Brücke nun endgültig am kommenden Freitag für den Verkehr freigegeben werden soll. Autos und Linienbusse können dann wieder weitgehend ungehindert zwischen Wetter und Vorhalle fahren. Lkw hingegen dürfen die alte Obergrabenbrücke nur einzeln befahren. Diese Regelung soll durch eine Ampel durchgesetzt werden. Hintergrund ist die eingeschränkte Belastbarkeit der alten Brücke, die sich aus unserer Sicht hinter dem Neubau befindet.

Voraussichtlich ab dem 9. September will die Straßenbaubehörde dann mit der geplanten Sanierung der Volmarsteiner Straße beginnen. Die wird dann voll gesperrt und der Verkehr durch das Stadtgebiet von Wetter umgeleitet. Wegen der Ampelregelung auf der Obergrabenbrücke müssen zumindest Lkw-Fahrer mit Verzögerungen rechnen.

Anm. d. Red.: Wir haben den Beitrag nachträglich geändert. In der ursprünglichen Fassung war von fünf Jahren die Rede. Tatsächlich wurde die Straße Mitte Juli 2015 gesperrt.

 

Bild: Noch herrscht idyllische Ruhe auf der Brücke. Das soll sich am Freitag ändern.

 

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