Stolz steht der kleine Junge auf seinen zwei Beinen und strahlt. Und dazu hat er allen Grund: Nach einer erfolgreichen Behandlung seiner angeborenen Falschgelenkbildung am Unterschenkel ist der Sechsjährige auf dem Weg nach Hause – nach Usbekistan zu seinen Eltern und seiner Schwester. In der Orthopädischen Klinik Volmarstein wurde er im vergangenen Jahr mehrfach operiert und engmaschig ambulant behandelt.

„Umids Falschgelenkbildung war stark ausgeprägt. Eine Behandlung in seiner Heimat war nicht möglich“, erklärt Dr. Benedikt Leidinger, Ärztlicher Leiter der Orthopädischen Klinik. Als das Friedensdorf um Hilfe bat, zögerte das Team von Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten und Orthopädietechnikern nicht lange und baten Hilfe zur Korrektur der „Pseudarthrose“ des Jungen an. Die Evangelische Stiftung Volmarstein übernahm die Kosten für die Behandlung.

Im vergangenen Sommer wurde der Junge aus Usbekistan zum ersten Mal in Volmarstein operiert. Drei weitere Operationen folgten im Laufe des Jahres. Dr. Benedikt Leidinger erklärt: „Das Bein war so erheblich verkürzt und deformiert, dass Umid vor der Behandlung weder darauf gehen noch stehen konnte.“ In einer speziellen Operation wurden die Knochen des Unterschenkels in der richtigen Achse neu eingestellt. „Zusätzlich haben wir an einer anderen Stelle des Unterschenkels den Knochen voneinander gelöst, damit sich neue Knochenstruktur bilden und das Bein verlängert werden kann“, erklärt der Chefarzt. Mit einem Ring-Fixateur wurde das Bein dann von außen stabilisiert.

In engmaschigen Kontrollen in der Ambulanz der Fachklinik wurde der Ring-Fixateur mit seinem Schraubsystem Millimeter für Millimeter auseinander geschoben. Insgesamt 9 cm wurde das Bein verlängert und die Achse begradigt. „So ein Fixateur sieht an dem kleinen Bein schon schlimm aus. Aber es ist immer wieder bemerkenswert, wie gut die Kinder damit zurechtkommen“, weiß Dr. Leidinger. Das bestätigen die Mitarbeitenden des Friedensdorfes: Umid hatte dort viele Freunde aus den verschiedensten Ländern gefunden. Auch aus Usbekistan kamen einige seiner Kumpels. So konnte er seine Muttersprache sprechen und über zu Hause erzählen. Bei seinem Abschied in der Klinik zeigte der kleine Patient stolz, wie gut er schon mit „dem neuen Bein“ stehen und laufen kann.

Bild: Das gesamte Team der Kinder- und Neuroorthopädie in der Orthopädischen Klinik Volmarstein freut sich mit Umid über die erfolgreiche Behandlung.

Foto: ESV

Hinweis: Der Name des Jungen wurde geändert.

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