Ein neuer Coup aus der nicht vorhandenen Abteilung Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung bewegt zur Zeit so manchen Wetteraner. Mitten in der frisch renovierten Kaiserstraße eröffnet – voraussichtlich im Oktober – ein sogenanntes Sozialkaufhaus der Kolping-Gruppe. Man werde dort gebrauchte Gegenstände für mehr oder weniger bedürftige Menschen verkaufen, verriet uns ein Mitarbeiter des Unternehmens.

Ein Laden für gebrauchten Hausrat mitten in der (geplanten) Pracht- und Einkaufsstraße? Gleich neben edlen Textilien im einzigen modernen Geschäft der Kaiserstraße? Eine zugegeben unkluger Plan. Nicht umsonst sind solche Geschäfte – schon aus logistischen Gründen – in Industriegebieten. Schließlich lassen sich Möbel nicht so gut in der Papiertüte transportieren. Eine Anfahrt mit großen Autos ist in der Kaiserstraße zum einen verboten und zum anderen kaum möglich, da es schlichtweg keinen Halteplatz gibt. Selbst die kleinen Autos der Paketdienste sorgen jeden Morgen auf’s Neue für Verkehrschaos, weil sie die Durchfahrt der Busse behindern. Geeignete Industrieimmobilien gibt’s übrigens wie Sand am Meer in der Stadt – und für ein soziales Projekt hätte man die auch zum Freundschaftpreis anmieten können, bestätigt uns einer der Hauseigentümer.

Neben der logistischen stellt sich vielen Menschen jedoch die Frage, wie eigentlich das Konzept für die Entwicklung der frisch renovierten Kaiserstraße aussieht. Kommen jetzt noch drei 1-Euro-Shops und vier orientalische Handy-Läden?

Im Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt kann man schnell zu dem Schluss kommen, dass es einfach kein Konzept gibt. Ausser einem Kleinst-Zuschuss zur Bemalung einiger weniger Hauswände hat man nichts anzubieten. Wer sollte auch Visionen entwickeln? Die „Wirtschaftsförderung“?

Einen funken Hoffung im Kampf gegen den Untergang des Standortes gibt es noch: Eine private Initiative, die den Stadtfürsten die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing aus der Hand nehmen will um es in die Hände von Profis zu geben. Die sollen dann für die Stadt werben, Investoren interessieren und Besucher und Einwohner zeitgemäß informieren.

Wir werden morgen über dieses spannende Projekt berichten – und auch über die Hürden, die es noch zu überwinden gilt.

 

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1 Kommentar

  1. „orientalische Handy-Läden“ kann man glaueb ich wesentlich besser formulieren bzw. auch sehr schnell missverstehen in seiner Bedeutung und Absicht. Gerade aus aktuellem Anlass, sollte man bei der Formulierung solcher Sätze etwas wachsamer sein finde ich ..wen interessiert es wenn ein weiterer Handyladen kommen sollte, wer darin tätig ist oder irgendwas.

    Woran macht ihr das „orientalische“ hierbei aus?

    Wird beim Aufsetzen eines Neukundenvertrags eine Shisha mit dem Verantwortlichen geraucht oder gibt es bei dem Aufladen der PrePaid-Karten eine Stempelkarte mit Punktesystem für „orientalische Teesorten?“

    Gruß,
    der Mittwochs-MittMischer.

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