Heute ist der internationale Tag der Demokratie. Eine unserer Autorinnen wollte sich an diesem denkwürdigen Tag mal mit der Frage befassen, wie viel davon in Wetter noch vorhanden ist. Schließlich ist es die Stadt, die seit mehr als 70 Jahren von denselben Leuten regiert wird (das gibt’s nichtmal in Nord-Korea) und jene Stadt, in der Opposition nur nutzlose Dekoration ist. Schließlich sind die übrigen Parteien quasi unsichtbar und stellen keine unangenehmen Fragen.

Es ist aber auch die Stadt, in der Leute, die unangenehme Fragen stellen, schon mal in Schwierigkeiten geraten. Das gilt im Besonderen für Journalisten. So waren die Autoren des Wetter Magazin immer wieder mit Repressalien, übler Nachrede und seit heute sogar mit handfesten Drohungen konfrontiert.

Einer unserer Autoren wurde heute Morgen von einem bekannten „Verteidiger“ der Wetterschen Politik massiv beschimpft und bedroht. Offenbar mit dem Ziel, Einfluss auf die Art der politischen Berichterstattung des Magazins zu nehmen.

Wir haben uns nach dieser erneuten Eskalation dieser Jagd auf Oppositionelle entschlossen, in Zukunft jeden unrechtmäßigen Angriff auf unsere Leute zu verfolgen. Schließlich sind viele Dinge, die wir in den vergangenen Jahren erlebt haben, Straftaten.

Dies ist der Grund, warum der Beitrag der Kollegin erst in den nächsten Tagen erscheint. Nicht weil wir nun ruhiger werden würden. Eher deshalb, weil wir nun die ganze Geschichte erzählen und dazu noch einige Stellungnahmen abwarten.

Die Freiheit der unbequemen Journalisten ist die Lebensversicherung unserer Demokratie. Dafür setzen wir uns auch in Zukunft ein.

Bild: Die Führung der DDR feiert sich und 40 Jahre sozialistische Diktatur. Kurz danach war der letzte Ein-Parteien-Staat in Deutschland Geschichte.  / Foto: dpa-Archiv

 

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