Die Dorfmitte in Volmarstein verliert einen weiteren Ankerpunkt. Das von der Evangelischen Stiftung betriebene „Dorfcafé“ wird geschlossen.

Als Grund für die Schließung wurden Folgen der Corona-Krise genannt. „Wir können die strengen Hygiene-Regeln der Corona-Schutzverordnung  nicht einhalten“, bedauert Stiftungs-Vorstand Jürgen Dittrich die Entscheidung. Deshalb sei eine Wiederaufnahme des Betriebs nicht möglich. „Wir werden die Räumlichkeiten künftig anders nutzen“, kündigt er an. Das engagierte Café-Team werde in der Stiftung weiter beschäftigt. Auf dem Zentralgelände wird das gastronomische Angebot erweitert.

Die strengen Corona-Auflagen wirken sich nach Angaben der Verantwortlichen im Werkstattcafé gravierend aus: Von den gut 40 Plätzen dürfen nur die Hälfte besetzt werden. Das beliebte Frühstücksbuffet, eigentlich die Haupteinnahmequelle, darf nicht mehr angeboten werden. Rollstuhlfahrer können die Abstandsregel nicht einhalten, weil der Mittelteil des Cafés zu eng ist. Zusätzlich müsste die Küche aufwändig umgebaut werden, damit sie den geänderten Hygiene-Regeln entspricht. „Unter diesen Voraussetzungen lässt sich das Café einfach nicht weiter betreiben“, erklärt Dirk Domann, Leiter des Geschäftsbereichs Arbeit, zu der die Gastronomie gehört.

Das Café am Dorfplatz wird seit 2008 durch die Stiftung geführt. Seitdem habe sie dieses Angebot subventioniert. Jährlich sei das mit einer mittleren fünfstelligen Summe geschehen, so Dirk Domann.

Das inklusive Team des Werkstattcafés bleibt in der Stiftung beschäftigt. „Wir planen, das ,Café mittendrin‘ auf dem Stiftungs-Zentralgelände auszubauen, um dort neue Möglichkeiten der Begegnung zu schaffen“, erläutert Vorstand Jürgen Dittrich. Das Gelände werde mittelfristig neu gestaltet und soll deutlich mehr Charme erhalten. Mehr Publikumsverkehr wird auch erwartet, wenn das Altenheim Haus Magdalena neben der Klinik Volmarstein wie geplant in die Hartmannstraße umzieht und im frei werdenden Gebäude eine stationäre Reha-Klinik eröffnet wird.

Die Räumlichkeiten am Dorfplatz werden künftig vom Fachdienst Unterstützes Wohnen genutzt, der Menschen mit Behinderung betreut. Die Stiftung plant dort Büroräume für diesen Dienst sowie einen Treffpunkt für die Nutzer dieses Angebots, von denen viele aus Volmarstein kommen. Für sie ist der Standort in der Dorfmitte eine optimale Anlaufstelle.

 

Archivbild

 

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