Der für den dritten Bauabschnitt der Kaiserstraßen-Renovierung geplante Umbau der großen Kreuzung zur Ruhr- und Friedrichstraße ist wohl erst einmal geplatzt. Untersuchungen der darunter liegenden Eisenbahnbrücke haben ergeben, dass dieses Bauwerk wohl in den nächsten zehn Jahren erneuert werden muss.

Stadt- und Parteichef Hasenberg soll in einer Ausschusssitzung (sinngemäß) vorgeschlagen haben, den Kreisel trotzdem erst einmal zu bauen und die Mehrkosten für den erneuten Bau dann beim Bund geltend zu machen. Schließlich sei die darüber verlaufende Straße ja eine Bundesstraße. Schon wegen der erheblichen Belastung der Steuerzahler dürfte dieser Vorschlag wohl kaum realisierbar sein.

Auf die Frage. wer denn nun Schuld an der ärgerlichen Panne habe, sagte Bauamts-Chef Manfred Sell dem Wetter Magazin, man habe den Eigentümer der Brücke, Straßen NRW praktisch vom ersten Tag an in die Planung einbezogen. Der habe bisher lediglich auf einige Reparaturen hingewiesen, die wohl vor Baubeginn erledigt werden müssten. So sei die Information, die Brücke müsse ersetzt werden, jetzt kurz vor Baubeginn recht überraschend gekommen.

Carola Ziebs von der Regionalniederlassung Südwestfalen des Landesbetriebs Straßen, erläuterte als Gast im  Bauausschuss die Gründe: „Wir sind vom Land NRW gehalten, alle Straßenbauwerke noch einmal statisch durchzurechnen. Das haben wir mit der betreffenden Eisenbahnbrücke in Wetter getan und festgestellt, dass sie aufgrund baulicher Mängel mittelfristig neu gebaut werden muss, spätestens in 15 Jahren.“ Beim Bau der 1963 erstellten Brücke war ein Spannstahl schlechter Qualität verbaut worden, der inzwischen Mängel aufweist. Da Abriss und Neubau der Brücke mindestens drei Jahre vorher bei der Deutschen Bahn angemeldet werden müssen und die Bauzeit um die anderthalb Jahre dauern wird, kann mit einer Fertigstellung des Kreisels, so Carola Ziebs, also frühestens in viereinhalb bis fünf Jahren gerechnet werden. „Erfahrungsgemäß geht das mit der Bahn nicht schneller.“

Experten halten die Darstellung des Landesbetriebes, man habe das jetzt erst gemerkt, für unglaubwürdig. Schließlich gebe es langjährige Erfahrung sowohl mit der Bauart der Brücke als ach mit den verwendeten Materialien. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten hätten sich darüberhinaus mit der Haltbarkeit der Bauwerke beschäftigt. Es bleibt daher anzunehmen, dass sich schlichtweg niemand mit der Brücke in der Kleinstadt Wetter beschäftigen wollte oder konnte. Schließlich fällt gerade in ganz Deutschland die Infrastruktur auseinander. Wer soll da Kleinstadtbrücken untersuchen, die nicht einmal einsturzgefährdet sind?

Für die meisten Anwohner und Gewerbetreibenden an der Kaiserstraße wäre der (vorübergehende) Verzicht auf den Kreisel – so eine spontane Meinungsumfrage des Wetter Magazins am gestrigen Mittwoch – kein Weltuntergang. Die meisten Befragten sehen in einer kurzfristigen Realisierung dieses Kreisverkehrs keine unmittelbaren Vorteile für ihr Geschäft. Deutlich größere Sorgen machen sich die Geschäftsleute wegen der bevorstehenden Vollsperung der Straße nach Vorhalle. Die wird im Juni beginnen und Monate andauern.

Jetzt unterhalten sich erst einmal Vertreter der Stadt und des Landes darüber, was zu tun ist. Danach wird es wohl eine neue (Zeit-) Planung geben. Wir halten Sie auf dem Laufenden…

 

Archivbild

 

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