„Wir freuen uns über Ihr Interesse und werden Ihnen heute Antworten auf ihre Fragen rund um die Arbeiten an der Ruhr in Wengern geben können“, begrüßte Bürgermeister Frank Hasenberg die interessierten Gäste bei der städtischen Infoveranstaltung zu den Renaturierungsarbeiten an der Ruhr zwischen Witten und Wetter. So ging es an diesem Abend in der Elbschehalle etwa um die Fragen „Was wird konkret gemacht? Was bedeutet das für Wengern und für die Nutzer des RuhrtalRadweges?

Die wichtigste Nachricht vorweg: Die LKW-Fahrten, mit denen die Erdmassen abtransportiert werden, die durch die Renaturierungs-Maßnahmen an der Ruhr in Wengern anfallen, werden nicht durch den Ortskern geführt. Das stellte Ulrich Detering von der Bezirksregierung klar,  der auf Infoveranstaltung die Maßnahme vorstellte. Die geschätzt bis zu 12.000 LKW-Fahrten sollen nun durch das Industriegebiet „Auf der Bleiche“ führen. Damit hatte die Bezirksregierung auf Kritik der Stadt Wetter reagiert, welche die Bedingung gestellt hatte, bei den Arbeiten nicht die Nutzung des RuhrtalRadweges zu beeinträchtigen und die LKW-Transporte nicht durch den Ortskern von Wengern zu führen. „Wir schonen die Wohngebiete“, stellte Detering klar. Nach bisherigen Berechnungen würde etwa alle sechs Minuten ein LKW zusätzlich durch das Industriegebiet fahren.

Michael Sell vom Planungsbüro „ViebahnSell“ stellte im Anschluss detailliert die vorgesehenen Maßnahmen vor: „Das wird eine Renaturierung mit Augenmaß.“ Ziel sei es, dem Fluss und den Tieren mehr Raum zu geben. Die Ruhr solle ihren Charakter als Fluss zurückgewinnen, dafür müssten die großen Steine am Ufer der Ruhr weg: „Die haben dafür gesorgt, dass die Ruhr zur Schnellstraße wird.“ Der Heringhäuser Bach, der bisher in einer Betonschale neben dem RuhrtalRadweg verläuft, soll nach Ende der Arbeiten innerhalb der Wiesenflächen fließen. Eine weitere Idee der Planer: Ein kleiner Teil des Erdaushubes könne für kleine Aussichtshügel genutzt werden. Im Anschluss an die Vorträge äußerten die interessierten Gäste noch Ideen und Kritik. Hier ging es etwa um mögliche alternative Routen der LKW-Transporte und Fragen der landwirtschaftlichen Nutzung der Weideflächen.

Detering zeigte sich am Ende des Abends überzeugt davon, dass die Anwohner und die Touristen die renaturierten Flächen zu schätzen wissen und versprach, mit der Stadt und den Bürgern in Kontakt zu bleiben. „Wir stehen mit unseren Informationen zur Verfügung und werden etwa auch über Baustellenbesichtigungen laufend über das Projekt informieren.

Die gesamte, rund 3,5 Millionen Euro teure Maßnahme soll rund drei Jahre dauern, wobei jeweils nur drei Monate pro Jahr, jeweils von Juli bis September, wirklich gearbeitet werden kann. Im Frühjahr gelten Schutzzeiten für die Natur, ab Oktober werde es witterungsbedingt schlicht zu feucht für entsprechende Arbeiten.

 

Symbolfoto / Archiv

 

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