Ein lauschiges Plätzchen gegenüber der Sparkasse an der Kaiserstraße lädt zum Verweilen ein. Wäre da nicht längst der Lieblingsplatz der City-Trinkerszene. Die hinterlassen Müll und pinkeln ins Gebüsch, sagen Anwohner und Geschäftsleute. Die Verwaltung sei nicht in der Lage, etwas an der Situation zu ändern, erklärten gleich mehrere Anwohner gegenüber unserer Redaktion.

Wir werden nach der politischen Sommerpause mit den Verantwortlichen über das Thema sprechen. Vielleicht lässt sich ja noch etwas machen. Bis dahin empfehlen wir den folgenden Leserbrief einer inzwischen leicht genervten Geschäftsinhaberin aus der unmittelbaren Nachbarschaft:

Viel diskutiert wird in letzter Zeit über Nach-/ Verbesserungen der Innenstadt-Neugestaltung. Neben Überlegungen, ob (noch) genügend Parkplätze vorhanden sind oder ob aufgestellte Blumenkübel hübsch bepflanzt und durch „Paten“ gepflegt werden, ist ein riesengroßes Problem noch gar nicht oder nicht ausreichend zur Sprache gekommen, und zwar: unser hochprozentiger Furchen-Adel!

Am RTC durch Aufstellung von Spielgeräten vertrieben, feiern sie nun fast jeden Tag am Ende der Kö‘ (auf der Treppe gegenüber der Sparkasse) ein „Kaffeekränzchen“ für Fortgeschrittene .. Seit neuestem gesellen sich zu unseren heimischen Verbal-Akrobaten noch sprachliche Amateurhoffnungen aus Ost-Europa zum daily Inventur-Saufen dazu, die – sich selbst als Bundesliga des Denksportes fühlend – im geistigen Schonwaschgang zusammen mit ihren deutschen Kollegen das aktuelle Tagesgeschehen lautstark analysieren .. Oft rafft es einige dann so nieder, dass sie nahtlos vom Weinbrand-Mittagsschlaf in die wohlverdiente Nachtruhe übergehen .. So musste die Polizei vor einiger Zeit gegen Mitternacht anrücken, um einem der Sprachmetzger, der den ganzen Abend im Halbschlaf vor sich hin pöbelnd im Eingang einer angrenzenden Arztpraxis in der Horizontalen verweilte, den Vorhang des zeitlich begrenzten Rampenlichtes für diesen Tag zu schließen. Die Exekutive des Ordnungsamtes zeigt sich mit dem Problem überfordert, da „Alkohol trinken in der Öffentlichkeit“ nicht generell verboten sei ..

Wenig amüsant ist es auch mit anzusehen, dass mittlerweile auch die Notdurft direkt vor Ort verrichtet wird, da der Gang auf’s heimische WC die meisten der Experten promilletechnisch überfordert. Kein schöner Anblick – vom Gestank mal ganz zu schweigen .. Nebenbei sei hier noch erwähnt, dass die nächste Generation bereits herangezüchtet wird (obwohl es nicht immer gut ist, wenn Kinder in die Fußstapfen der Eltern treten ..). Und ob die mitgebrachten Hunde den ganzen Tag dort ausharren sollten, lasse ich als Tierfreund mal dahingestellt sein .. Vielleicht wäre das einen kleinen Abstecher beim nächsten Betriebsausflug des Jugendamtes/ Tierschutzvereines wert ..

Meiner Meinung nach sollte die Beseitigung eines solchen Problems oberste Priorität haben! Was nützen sonst verschönernde Maßnahmen, die ja auch von den Geschäfts-/Hausbesitzern finanziell mitgetragen werden müssen, wenn anschließend die für die Allgemeinheit schön hergerichteten Ruhezonen dann ausschließlich von Wesen belagert werden, die als menschliche Abstandshalter den ganzen Tag vor den Geschäften hocken und ein Benehmen an den Tag legen, als hätten sie es nur bis zur Baumschule gebracht und davon noch die letzten drei Jahre frustriert zwischen den Erdbeeren gesessen!

Von oberer Stelle zeigt man nach einigen Beschwerden nun Reaktion und verspricht langfristig Abhilfe. Als Betroffene, die das den ganzen Tag aus 10 m Entfernung mit ansehen und aushalten muss,  werde ich natürlich am Ball bleiben und in Kürze wieder berichten ..

Falls übrigens jemand meint, er müsse in folgenden Kommentaren für die Haupt-Akteure Partei ergreifen (so Plattitüden à la „schwere Kindheit“ und so..) , dann lade ich gerne mal zu einer Vor-Ort-Besichtigung ein .. (natürlich mit Kaffee .. 😉 )

 

Leserbriefe und Gastkommentare entsprechen nicht automatisch der Meinung der Redaktion. Inhaltlich verantwortlich ist stets der Verfasser des Kommentars.

 

Bild: Ein lauschiges Plätzchen unter Bäumen. Derzeit Lieblingsplatz der örtlichen Trinkerszene.

 

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